Entscheidungsfreiheit

_DSC0099 _DSC0122 Am Anfang jeder Tat steht immer eine Entscheidung und viele Fragen. Mach ichs? Lass ichs bleiben? Lohnt sich der Aufwand? Wohin bringt es mich? Wie viel Aufwand ist überhaupt nötig? Was bringt es mir? Was denken die anderen davon? Welche Konsequenzen hat es? Je mehr Fragezeichen, desto schwieriger die Entscheidung. Je schwieriger die Entscheidung, desto größer die Versuchung erst mal überhaupt nichts zu tun. Oft sind es auch die Alternativen, die eine Entscheidung so schwer machen. Wähle ich das eine, kann ich aber das andere nicht bekommen. Und wer sagt mir, dass ich mit meiner Wahl den besseren Weg gehe? Je mehr Möglichkeiten, desto mehr Fragezeichen. Je mehr Fragezeichen, desto schwieriger die Entscheidung. Je schwieriger die Entscheidung, desto größer die Versuchung erst mal überhaupt nichts zu tun. Um die richtige Entscheidung zu treffen, sammelt man in der Regel Informationen. Ich möchte mir immer möglichst viele Fragen beantworten. In besonders schweren Fällen gibt es aber viel zu viel Information. Jede Antwort wirft dann noch zwei neue Möglichkeiten auf. Je mehr Informationen, desto mehr Möglichkeiten. Je mehr Möglichkeiten, desto mehr Fragezeichen. Je mehr Fragezeichen, desto schwieriger die Entscheidung. Je schwieriger die Entscheidung, desto größer die Versuchung erst mal überhaupt nichts zu tun. Zugegeben, den besonders komplizierten begegnet man zum Glück nicht jeden Tag. Manche davon können sich aber sehr wohl über mehrere Tage oder sogar Wochen schleppen. Einfache Fragen wachsen sich zu komplexen Gedankenbergen aus, die gefühlt auch physisches Gewicht entwickeln. Verantwortung und Druck vermiesen die Stimmung und manchmal kann man ihre Last auf den Schultern förmlich spüren. Wer hat nur gesagt, Entscheidungsfreiheit sei etwas schönes? Auch wenn es manchmal schwer ist, Entscheidungen treffen ist notwendig, um das eigene Leben zu gestalten. Zumindest in unserer Gesellschaft gilt: Der Weg ist nicht vorherbestimmt, sondern man hat vieles selbst in der Hand. Ich bestimme selbst, wohin mich mein Weg führt. Ich entscheide, ob ich meine Talente für andere einsetze. Ich kann nur selbst die Gelegenheiten wahrnehmen die das Leben für mich bereithält. Es ist letztlich das gestalterische Element, mit dem man sich selbst zu seinen Zielen navigiert. So betrachtet kann Entscheiden auch schon Freude bereiten, bevor man überhaupt weiß, ob der beschrittene Weg fruchtbar ist und er dorthin führt, wo man ankommen möchte. Wer am Ende der Entscheidungsfindung eine der vielen Alternativen wählt, die das Leben in verschiedenen Situationen bietet, der kann die Last der Gedanken und ungeklärten Fragen abschütteln. Und obwohl es sich erst im Laufe der Zeit zeigt, ob es die richtige war, ist es die Entscheidung selbst, die frei macht. Nach schweren Entscheidungen fühlt sich das Leben plötzlich wieder leicht und unbeschwert an. Die gute Laune kehrt zurück. Man hat dann schon etwas gemeistert, den vielleicht schwierigsten Schritt schon getan, wenn auch das Ziel noch nicht erreicht.   So sah ich das bei meinem Bruder, der in den letzten Monaten mit einem der ganz harten Brocken kämpfte und nun wieder zur Leichtigkeit zurückkehrt. Lieber Simon, ich bin stolz auf Dich. _DSC0101 _DSC0128 _DSC0109