Im Paradies gefangen

_DSC8844 “Wo lebst Du?”   Was würdest Du auf diese Frage Antworten? In Deutschland? Zu Hause?     Manchmal habe ich den Eindruck, vielen Menschen, denen ich begegne, ist nicht bewusst, wo sie hier wirklich sind. Sie erkennen Ihre Möglichkeiten nicht. Sie wissen vom Glück der Tat, aber etwas hält sie vom tun ab ab. Sie laufen an den Menschen dort draußen vorbei, die doch eigentlich viel zu erzählen haben. All diese Blüten um sie herum verwelken, bevor sie deren Schönheit kennen lernen können. Da könnte ich auch mit mir anfangen, bevor ich auf andere zeige: Was hält mich davon ab, auf die Menschen zuzugehen, denen ich über den Weg laufe. Was hält mich davon ab, den vielen Unbekannten in die Augen zu sehen? “Die Gedanken sind frei.” heißt es so schön. Können meine Gedanken nicht auch Grenzen ziehen? Bedenken und Befürchtungen, Unwägbarkeiten und Unklarheiten. Sie geistern oft in meinem Kopf herum. Manchmal habe ich eine Idee. Dann denke ich darüber nach, wohin mich diese Idee bringen könnte. Ich frage mich, was wohl die anderen davon halten würden. Und wenn ich meine, es würde niemandem gefallen, lasse ich die Idee in meinem Kopf verrotten. Ich schaue der Blüte beim verwelken zu. Nicht selten ärgere ich mich dann darüber, aber es ist zu spät. Meine Gedanken haben das Tor schon zugeschlagen.   Wo lebe ich? Ich lebe im Paradies. –  In einem Paradies mit Mauern.   _DSC8863 PS.: Die Fotos in diesem Post sind eigentlich nur Skizzen von einer Idee, es fehlt noch das wesentliche. Ein Mensch. Ich habe mir fest vorgenommen, die Tür zu dieser Idee offen zu lassen. Ich werde jemanden finden, der mit mir diese Gedanken sichtbar macht – und ich werde dabei nicht zu viel darüber nachdenken, was ihr davon haltet. _DSC8870