Indonesien – 14 Tage Vielfalt.

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Was haben China und Indonesien gemeinsam? – Natürlich, Gemeinsamkeiten findet man immer, wenn man nur lange genug danach sucht. Geprägt durch sechs Monate im Reich der Mitte, verglich ich auf Schritt und Tritt mit meinen Erfahrungen aus China. Um ehrlich zu sein, ich fand nicht viele Verbindungen. Die herausragendste: Auch Indonesien ist ein Land der Unterschiede zwischen Arm und Reich, Technologie und Ursprünglichkeit. Hier hört es sich schon bald auf. Während ich Unterschiede in China mehr als spannungsgeladene Gegensätzlichkeiten wahrnahm, fühlte sich Indonesien an, als würden die Verschiedenheiten zu einem großen Ganzen verschmelzen.

Das faszinierendste an Indonesien? Seine unglaubliche Vielfalt an Kulturen, Natur, Städten, Farben, Gerüchen, Geschmäckern und Geräuschkulissen. Unsere Reise begann in Jakarta und führte über Java, Bali und Lombok. Trotz der Distanz von mehr als 1500 Kilometern ein winzig kleiner Teil von Indonesien. Ich setzte meine Füße auf nur sechs von einigen zehntausend Inseln. Aber jede der sechs Inseln und ihre Städte hatten ihren eigenen Charakter. In Jakarta spürt man Hoffnung auf Aufstieg und Wohlstand. Ganze Landstriche wie Süd-Bali sind westlich geprägt und verformt vom Geld und der Anwesenheit tausender Touristen. Dagegen trafen wir in abgelegenen Orten von Ost-Java auf Menschen, die nur selten mit Weißen in Berührung kommen. Und während auf Java an jeder Straßenecke eine kleine Moschee steht, finden sich auf Bali vor jedem Haus ein hinduistischer Tempel.

Die erste Reiseetappe meisterten wir mit einem für Indonesien eher untypischen Verkehrsmittel: Per Zug ratterten wir in acht Stunden von Jakarta nach Jogjakarta. Erst wichen die kleinen Hütten in den Slums den Weiten der Reisfelder vor den Toren der Stadt. Je größer die Distanz, desto kleiner die Bauerndörfer, desto ärmlicher die Menschen und desto blauer der Himmel. In der Ferne ragte ein Vulkan aus dem Nebel. Dann schlief ich ein. Als ich meine Augen wieder öffnete, waren aus den Reisfeldern Palmen und aus der trockenen Ebene ein fruchtbares Hügelland geworden. Was gleich blieb, war das Schneckentempo in dem der Zug mit Getöse über das Gleisbett ratterte. Auch die Religion der Menschen hinter der Glasscheibe blieb die selbe. Selbst im kleinsten Dorf nehmen sich die Bewohner die Zeit und sammeln Geld, um mindestens eine kleines Gotteshaus bauen zu können.

Als wir in Jogjakarta im Licht der untergehenden Sonne ausstiegen, war mein Kopf voll mit Bildern. Ich fühlte mich, als wäre ich den ganzen Tag zu Fuß auf Entdeckungstour gewesen. So viel neues hatte ich lange nicht gesehen. Eine gute Einstimmung auf das, was noch kommen sollte: Vierzehn Tage Vielfalt.

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