Unplanbar

_DSC6557-3 _DSC6726-2 _DSC6628 _DSC6656 Ich bin jemand, der seinem Leben eine Struktur geben möchte, weil ich davon überzeugt bin, dass mein Leben mir so besser gelingt. Ich plane gerne die Dinge, die ich in Angriff nehme. Planlos in den Urlaub, in eine Prüfungsphase oder ein Fotoshooting zu starten, ist nicht mein Ding. Unter meinen Freunden ist das wohl bekannt, ich bekomme dafür Komplimente, muss aber immer wieder den ein oder anderen Seitenhieb einstecken. Leider ist es wohl so, dass strukturierte Pläne und vor allem Tagesabläufe auf die Menschen in meiner Umgebung ungemütlich wirken oder sogar Stress aufbauen. Fotografie im allgemeinen ist nun mit einem gewissen Maß an Kreativität verbunden. Je nachdem in welche Richtung man sich entwickelt, steckt mehr oder weniger kreativer Geist hinter den Ergebnissen. So sind zum Beispiel Conceptual Photograpy, also die Kunst, aus einem Gedanken oder ein Gefühl ein Bild zu erschaffen, das dieses konserviert und für den Betrachter nachfühlbar macht, und die reine Dokumentation, dem Festhalten von Gegenständen oder Alltagssituationen, zwei dieser unterschiedlichen Richtungen. Ende Februar war ich wieder mit Pauline unterwegs und ich hatte mir eigentlich für das Shooting einen Plan zurechtgelegt. Ich hatte im Kopf ein Bild, das sich mit ihrer Lebenssituation und ihren Gefühlen auseinandersetzen sollte. Es war einer derjenigen, die nicht aufgingen, wie mir das beim Fotografieren schon des Öfteren passiert ist. Warum? Ich denke, Kreativität ist etwas, dass sich nicht im voraus planen lässt. Einigen von Euch wird dieser Schluss so logisch vorkommen, wie das Einmaleins. Aber es gibt auch Schüler, die sich unglaublich schwer tun, bis sie verstanden haben, wie das funktioniert. Ich entdeckte an diesem Nachmittag wieder etwas, was ich durch die Fotografie lernen kann: Es gibt Dinge im Leben, die kann man sich eben nicht im Voraus zurechtlegen. Das wichtigste daran für mich: Das muss nicht schlecht sein, denn mit den Fotos des Nachmittags bin ich sehr zufrieden.