Vom chinesischen Geruch nach Urlaub.

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Im Sommer stinkt Dalian zum Himmel. Temperaturen jenseits 30 Grad, das Meer und tausende von Menschen entfalten hier ihre eigene Duftwolke. Den Flair, den ich bei meinem letzten Besuch noch spürte, konnte ich dieses Mal nicht wiederfinden. Im Gegenteil. Es war einfach nur voll, schwül, laut und dreckig. Vor allem am Strand. Dagegen herrschen auch in der Hochsaison in Caorle und Jesolo geradezu paradiesische Zustände. Wer einmal am Strand von Fujiazhuang war, den schreckt so schnell nichts mehr. Ich konnte nicht glauben, wie ein Mensch es unter so vielen anderen Badegästen und Sonnenschirmen länger als ein paar Minuten aushalten kann. Grillwolken vermischten sich mit Luftfeuchtigkeit und Smog. Chinapop schallte in höllischer Lautstärke aus Zelthohen Lautsprecheranlagen. Dazwischen Kindergeschrei und der Duft nach öffentlichen Toiletten.

Glücklicherweise scheinen die aus den Taxen und Bussen herausgefallenen Urlauber nicht lange nach dem optimalen Badeort zu suchen. Etwa 500 Meter den Strand entlang um eine Landzunge herum, war nur noch etwa ein fünftel so viel los. Von einem Platz unter dem Sonnendach konnte man einmal mehr Hochzeitspaaren beim Fotoshooting am Strand zusehen. Hätte das Wasser einen vertrauenserweckenderen Eindruck gemacht, wäre ich gerne baden gegangen. So schaute ich lieber den Einheimischen beim planschen und den großen Frachtern beim Vorbeifahren zu. Im Restaurant nebenan saßen die reichen Unternehmer. Einige von ihnen hatten schon gut über den Durst getrunken. Da hielt sie auch das Algengewirr im Wasser nicht  mehr vor einer Abkühlung im braunen Nass ab. Ein paar Fotos und ein Prost in ihre Richtung. Recht viel mehr war bei diesem Wetter nicht drin.

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